Indien- historische Schönheiten & spirituelle Momente

by Antje Seifert

Schon lange mal wollte ich nach Indien, bislang hat es sich aber nie wirklich ergeben. Das Land Indien, das unterschiedlicher nicht sein kann, sowohl in Temperarturen als auch in Landschaftsformen, Religionen und Bevölkerung. Ein Land, das bunter nicht sein kann.
Inzwischen ist auch die Visumbeantragung für Indien online schnell und unkompliziert zu erledigen. Die Einreise am Flughafen gestaltet sich auch recht einfach, jedoch sollte man sich auf nicht so ganz freundliche Beamte und unverständliches Englisch einstellen.
Meine Vorurteile hinsichtlich Kulturschock, Dreck und Schmutz und dem Verhalten gegenüber Frauen waren gemischt. Hier erzähle ich euch von meinen Erfahrungen.

 

Das Lächeln, das du aussendest, kehrt zu dir zurück als Glück.

unbekannt aus Indien

Nach meiner Ankunft in Delhi ging es erstmals in das Luxuhotel The Leela in Neu-Delhi, um mich langsam zu akklimatisieren. Das The Leela bietet Luxus in vollendeter Form, ich fühle mich wie eine Prinzessin, der Service ist erstklassig und geschlafen habe ich wie ein Baby.

 

Aber nun beginnt das Abenteuer

Am nächsten Tag geht es auch gleich los ab nach Agra- eine ca. 4 stündige Fahrt steht mir bevor.
Agra die Stadt des Taj Mahals und weiteren zum Unesco-Weltkulturerbe gehörenden Stätten. Da ich für meine gesamte Indienreise nicht all zu viel Zeit eingeplant habe, beschränke ich mich hier in Agra auf die Besichtigung des Roten Forts und des Taj Mahals. Das Rote Fort ist eine Festungs-und Palastanlage aus der Zeit der Mogulkaiser. Über 20m hohe Mauern schützen das beeindruckende Fort. Am Ufer des Yamuna-Flusses gelegen bietet es mir gerade am späten Nachmittag schöne Ausblicke auf das Taj Mahal.
Die Stadt Agra bietet für alle Ansprüche die passenden Hotels, sämtliche Hotelketten sind hier vertreten, wie auch diverse Heritage Hotels (ehemalige alte herrschaftliche Gebäude und Paläste, die heute teilweise als Hotel dienen).
Meine Besichtigungen:
Einfacher: Gateway Fatehabad
Mittelklasse: Courtyard by Marriott in Agra
Luxus: Oberoi Amarvillas

Um den großen Besucherströmen zu entkommen, wurde mir der frühe Morgenbesuch des Taj Mahals empfohlen und das tat ich auch. Endlich ist es soweit und ich hake den nächsten Punkt auf meiner Bucketliste ab… und natürlich sind die Erwartungen hoch. Das Taj Mahal ist von weiteren nicht weniger beeindruckenden roten Gebäuden umgeben. Das 58 m hohe Gebäude besteht aus weißem Marmor, welches teilweise mit Edelsteinen besetzt ist, so erstrahlt es je nach Tageslicht in anderer Changierung. Der frühmorgendliche Besuch war genau die richtige Entscheidung.
Beste Lichtverhältnisse und wenigstens noch am Anfang überschaubare Besucherströme erlauben mir das ein oder andere schöne Foto. …

weiter geht es nach Jaipur… 210 km liegen vor mir und ich werde erst mal meinen Schlaf nachholen. Unterwegs lege ich einen Stop ein in Fatehpur Sikiri und dann Lunch im Laxmi Vilas Palace in Bharatpur. Es ist eine gute Übernachtungsalternative zu Agra. In unmittelbarer Nähe liegt der Keoladeo National Park, der über 350 verschiedene Vogelarten beheimatet. Laxmi Vilas Palace ist eine Heritage Hotel mit unterschiedlichen Zimmerkategorien.

Vor der Stadtgrenze in Jaipur stockt mir zwischendurch der Atem, Baracken, Zelte, Kühe, die sich auf kleinen Müllbergen Futter suchen, und dennoch in all dem Elend lächelnde mir zuwinkende Kinder und Erwachsene.

Übernachtung: Clarks Amer

Am nächsten Morgen Besuch des Amber Fort mit Foto-Zwischenstopp des Palastes der Winde in der Pink City.
Die Zufahrt zum Fort machen wir mit Jeeps, eine andere Möglichkeit ist es auf dem Rücken eines Elephanten. Das Amber Fort- ehemaliger Fürstenpalast der Kachchwaha-Dynastie ist für mich mindestens ebenso beeindruckend wie das Taj Mahal. Die Umrisse erinnern teilweise an die Chinesische Mauer.

…und ab weiter nach Pushkar mit Zwischenstop mit Lunch in einem brandneuen Luxus-Hotel mitten im Nirgendwo 12km außerhalb von Jaipur- dem Buena Vista. Gesamte Anlage besteht aus Villen mit privatem Plungepool, Spabereich und gehobener Küche. In jedem Fall zu empfehlen.

…. in Pushkar angekommen
Übernachtung im Hotel Jagat Palace. Heritagehotel mit schöner Gartenanlage, jedoch recht veralteten Zimmern. Vor allem die elektrischen Leitungen. Wer jedoch auf Luxus verzichten kann, sicherlich eine Alternative.

…am nächsten Tag Besichtigung des Brahma Tempels und Sees.
Der Ort Pushkar ist den Hindus heilig, denn hier soll Brahma einen Dämon mit einer Lotusblüte besiegt haben. Die Blüten fielen an 3 Stellen hinab, an denen sich darauf 3 Seen gebildet haben. Wir haben 3 Tage vor Vollmond und immer 3 Tage vor Vollmond kommen die Frauen in ihren exotischen bunten Saris hierher. Sie baden im See, beten und nehmen am Markttrubel teil. Auch ich nehme an einem hinduistischen Gebet teil, aber aufgepasst es gibt hier auch zahlreiche falsche Priester, die Geld machen möchten.

 

… Weiterfahrt nach Jodhpur. Weitere 140km Fahrt liegen vor mir.
Wir besuchen das Mehrangarh Fort. Dinner im Hotel Ajiz Bhawan Palace, einem relativ neuen Luxushotel. Kann ich empfehlen.
Übernachtung im: Vivanta by Taj Hari Mahal Palace

…Fahrt nach Udaipur
Unterwegs Besichtigung des Jain Tempels in Ranakpur- weitere 290 km Fahrt. Die Fahrt führt durch bergiges Gebiet über Stock und Stein. Halt machen wir in der Mountbatten Lodge, die aus nur 2 Villen bzw. 4 großzügigen Unterkünften mit privatem Pool besteht. Eine Oase abseits von Stress und Hektik und auch ohne WLAN. Jedoch perfekt, um unterschiedlichste Safaris zu unternehmen- ob Elephanten, Leoparden mit den Jeeps oder auf dem Pferderücken (allerdings nur für erfahrene Reiter). Eigentümer der Lodge ist Reggie Singh, der Enkel des Maharajs Ratan Singh von Jodhpur. Die meisten seiner Angestellten gehören zu seinem Clan.

Nach Ankunft in Udaipur geht es auch gleich zu einer Bootsfahrt auf dem Lake Pichola. Noch nie zuvor habe ich so viele Flughunde erlebt- es müssen tausende sein. Sie kommen bei Sonnenuntergang hierher, um aus dem See zu trinken. Daher empfehle ich in jedem Fall zu dieser Zeit mit dem Boot über den See zu fahren.
Eine gemächliche und romantische Bootsfahrt führt uns vorbei am weltberühmten Taj Lake Palace Hotel, wo Szenen von James Bonds „Octopussy“ spielen zu meinem Hotel an der anderen Uferseite, dem Udai Kothi.

 

Dies ist auch schon meine letzte Nacht hier in Indien. Morgen noch die Besichtigung des Palastes und dann Rückflug nach Delhi.

Der Palast in Udiapur ist ein Must have- heute wird im Innenhof gerade für eine Hochzeit aufgebaut und Bollywood-Klänge ertönen aus den Boxen.

Wieder in Delhi angekommen, noch zur Stadtrundfahrt von Neu-Delhi… alles sehr geordnet, prachtvoll und sauber.
Abends Besichtigung und Dinner im erst vor Kurzem wieder eröffneten Oberoi Hotel, dem wohl besten Hotel in Delhi. Ich kann es nur bestätigen, alles ist vom Feinsten und es besitzt die einzige Rooftop-Bar ganz Neu-Delhis.

Fazit:
Meine Vorurteile wurden teilweise bestätigt, in vieler Hinsicht jedoch wurde ich positiv überrascht. Die Bevölkerung ist größtenteils trotz Armut sehr freundlich und zuvorkommend. Ich habe mich zu keiner Zeit unsicher oder bedroht gefühlt. Jedoch würde ich es immer vor ziehen mit einem Guide zu reisen. Aufdringliche Männer, wie man oft hört habe ich nicht erlebt. Nie wurde ich bedrängt oder gar angefasst. Blicke gibt es unzählige, wenn man sich aber angemessen kleidet, sehe ich keine Probleme.
Der Verkehr ist turbulent und dennoch geht hier alles seiner Ordnung nach, wenn man diese kennt. Daher würde ich grundsätzlich auf Selbstfahrertouren verzichten.
Schmutz und Dreck- ja oft sehr viel Schmutz, an vielen Stellen sehen die Häuser aus wie nach einem Krieg und 2 Meter weiter wieder alles relativ geordnet. Am Straßenrand liegt sehr viel Abfall, wo schon mal die ein oder andere Kuh Papier frisst.

Und dennoch ist Indien auf jeden Fall eine Reise wert. Dieses Land verfügt über so viele interessante historische Geschichte und Überlieferungen, Tempel und vielen kräftigen Farben.

Ich komme in jedem Fall wieder, das Goldene Dreieck habe ich gesehen… nächstes mal geht es nach Südindien.

Hier kommt ihr zu meinem Bericht über Südindien

 

 

0 comment

You may also like

Leave a Comment

Translate »